Artenschutzprojekt Rundblättriger Sonnentau

Fleischfresser im Moospolster

Rundblättriger Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, Foto M. Frede
Rundblättriger Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, Foto M. Frede

Obwohl fleischfressende Pflanzen großen Anklang bei Pflanzenliebhabern finden, wissen die wenigsten Menschen, dass man für den Anblick einer solchen Pflanze weder ein Flugticket in die Tropen, noch eine Eintrittskarte in den botanischen Garten lösen muss!
Auch in heimischen Gefilden sind solche Beobachtungen möglich! Nur sind dafür Arten- und Ortskenntnisse vonnöten!

Eine dieser Arten ist der Rundblättrige Sonnentau. Sein Name leitet sich von der Übersetzung des älteren botanischen Namens „Ros solis“ sowie den glänzenden Drüsensekrettropfen an der Spitze der Tentakel ab. Diese erinnern an morgendliche Tautropfen.

Die Laubblätter des Sonnentaus wurden zu Fangblättern umgewandelt, auf denen sich rötliche Drüsenzotten befinden. Diese sondern ein eiweißspaltendes Enzym ab, an dem kleine Insekten kleben bleiben und verdaut werden. Hierdurch verschafft sich die Pflanze, die auf äußerst sauren Böden vorkommt, zusätzliche Nährstoffe.

Die Entwässerung von Moorgebieten und deren Wiederaufforstung mit Fichten, hat die Art im Kreis Siegen- Wittgenstein extrem selten werden lassen. Man findet die Pflanzen leider nur noch an wenigen, moorigen Stellen. Derzeit sind nur drei Wuchsorte bekannt. Um diese zu erhalten, werden alle Sonnentauvorkommen regelmäßig von der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein kontrolliert und mit Hilfe spezieller Pflegemaßnahmen gefördert.