Artenschutzprojekt Sumpfläusekraut

Hilfe gegen Plagegeister

Niedermoor mit Sumpfläusekraut, Foto M. Frede

Wenn man den Namen dieser Pflanze hört, könnte es einem glatt am Kopfe jucken.
In der Tat ist es so, dass aus dem Sumpfläusekraut in früheren Zeiten ein Absud gegen Vieh- und Kopfläuse gekocht wurde. Dass diese Pflanze jedoch Läuse anlocken soll, ist ein Ammenmärchen.

Das Sumpfläusekraut ist ein sogenannter Halbschmarotzer. Es entzieht mit Hilfe seiner Saugwurzeln den Wurzeln benachbarter Gräser Nährstoffe. Dies ist eine Anpassung an ihren Lebensraum – nährstoffarme Wiesenmoore.

Sumpfläusekraut, Foto M. Frede

Entsprechende Lebensräume sind in Nordrhein-Westfalen mittlerweile sehr selten, da sie entwässert wurden, um die Flächen mit Maschinen befahren zu können, oder die allzu nassen Bereiche fielen aufgrund der erschwerten Nutzung sukzessive brach. Darum kommt die Art nach derzeitigem Kenntnisstand nur noch an drei Stellen in der Eifel bzw. an jeweils einer Stelle im Weserbergland bzw. im Rothaargebirge vor.

Die Biologische Station ist seit vielen Jahren darum bemüht, in Zusammenarbeit mit dem von der Biologischen Station und dem Kreis Siegen-Wittgenstein koordinierten Pflegetrupp eine extensive Mahd des Wiesenmoores zu gewährleisten. So kann die überaus seltene und bedrohte Pflanzenart dort erhalten bleiben.

Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass sich aufgrund der Pflegemaßnahmen der Bestand von ehemals ca. 10 Individuen auf mittlerweile über 100 Individuen gesteigert hat.