Amphibien- Reptilienkartierung

Lurchi, Kermit und Co.

Ringelnatter, Foto M. Frede
Ringelnatter, Foto M. Frede

Längst fristen Amphibien und Reptilien kein Schattendasein mehr in der Gedankenwelt der Menschen. Das Interesse an diesen Tiergruppen hat stark zugenommen. Dies hängt auch mit dem aus Artenschutzgründen nicht unproblematischen Terraristik- Boom zusammen in dessen Kielwasser leider regelmäßig verbotene Wildfänge zum Verkauf angeboten werden. Dies ist jedoch nicht das Hauptproblem, weshalb es im Arten- und Biotopschutz bei den Eidechsen, Schlangen, Schildkröten, Frosch- und Schwanzlurchen immer schlechter aussieht. Lebensraumverluste stellen die stärkste Bedrohung dar. Als hätten es die meisten dieser Arten nicht schon schwer genug, um zu überleben, könnte ein aus den Tropen eingeschleppter Pilz in Zukunft zum Erlöschen vieler europäischer Amphibienarten führen.Ca. die Hälfte der in Siegen- Wittgenstein heimischen Arten findet sich bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Kriechtiere und Lurche in NRW.

Im Kreis Siegen- Wittgenstein wurden bisher 12 Arten an Amphibien und 5 Arten an Reptilien festgestellt. Dazu kommt noch die Rotwangen- Schmuckschildkröte als ausgesetztes, fremdes Faunenelement.

Zauneidechsenmännchen, Foto M. Frede
Zauneidechsenmännchen, Foto M. Frede

Zusammen mit dem Arbeitskreis Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen erfolgt im Rahmen des Projektes „Herpetofauna NRW 2000“ seit Mitte der 90 er Jahre eine Kartierung sämtlicher Amphibien und Reptilien. Die Daten wurden bzw. werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern des NABU Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein und Mitarbeitern der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein erfasst und an den Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW weitergeleitet.

Des Weiteren ist die Biologische Station Siegen-Wittgenstein alljährlich beauftragt, bestimmte Reptilen- und Amphibienarten für die Landesanstalt für Natur, Umweltschutz und Verbraucherschutz (LANUV) im Rahmen des FFH- Monitorings zu kartieren.

Darüber hinaus laufen diverse Amphibienschutzmaßnahmen im Kreisgebiet an denen die Biologische Station beteiligt ist. In erster Linie ist dies die Kontrolle und Pflege von Kleingewässern besonders bedrohter Arten, wie Gelbbauchunke und Kammmolch. Außerdem ist die Biologische Station fachlich und logistisch bei der Errichtung und Kontrolle von Amphibienleiteinrichtungen behilflich.

Der NABU Regionalverband Siegen- Wittgenstein sucht regelmäßig Personen, die bei der Betreuung der Amphibienleiteinrichtungen mithelfen möchten.

Folgende Arten wurden bisher im Kreis Siegen- Wittgenstein festgestellt:

1. Amphibien:

Feuersalamander Salamandra salamandra terrestris Weiterlesen…
Bergmolch Mesotriton alpestris
Teichmolch Lissotriton vulgaris
Fadenmolch Lissotriton helveticus
Kammmolch Triturus cristatus – gefährdet  Weiterlesen…
Geburtshelferkröte Alytes obstetricans- 2 stark gefährdet
Gelbbauchunke Bombina variegata – 1S vom Aussterben bedroht
Erdkröte Bufo bufo
Kreuzkröte Epidalea calamita – 3 gefährdet
Grasfrosch Rana temporaria  Weiterlesen…
Teichfrosch Pelophylax kl. esculentus
Kleiner Wasserfrosch Pelophylax lessonae – 3 gefährdet

2. Reptilien:

Zauneidechse Lacerta agilis – 2 stark gefährdet
Waldeidechse Zootoca vivipara – V Vorwarnliste
Blindschleiche Anguis fragilis – V Vorwarnliste
Ringelnatter Natrix natrix natrix – 2 stark gefährdet
Barrenringelnatter Natrix natrix helvetica- 2 stark gefährdet
Schlingnatter Coronella austriaca – 2 stark gefährdet Weiterlesen…
Rotwangen- Schmuckschildkröte Trachemys scripta elegans

weitere Wasserschildkrötenarten:
Landschildkröten

Die Gefährdungskategorien sind Schlüpmann, M. et. al. (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Kriechtiere – Reptilia – in Nordrhein-Westfalen – entnommen.