Äsche

Die Äsche Thymallus thymallus

Äsche, Foto M. Frede
Äsche, Foto M. Frede

Sie ist das „zweitliebste“ Kind der heimischen Angler nach der Bachforelle. Ihr attraktives Äußeres und das schmackhafte Fleisch begeisterten Petrijünger so sehr, dass sie bereits im Mittelalter zu einer der attraktivsten Angel-Fischarten avancierte.

Äschen sind durch ihre auffällige Rückenflosse, die auch als „Fahne“ bezeichnet wird, unverkennbar. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Fischarten lassen sich männliche Äschen durch ihre deutlich größere Rückenflosse leicht von den Weibchen unterscheiden. Die zwischen Rücken- und Fettflosse liegende Fettflosse ist ein Hinweis, dass die Art zu den Forellenartigen gehört. Wer schon einmal Gelegenheit hatte, sich eine frisch gefangene Äsche unter die Nase zu halten, wird verstehen, warum die Art ihren lateinischen Namen verliehen bekam. Thymallus thymallus bezieht sich nämlich auf den leicht thymianähnlichen Duft den diese Fischart an Land ausströmt.

Während man bei uns noch vor wenigen Jahren Äschen ziemlich einfach von Brücken aus beobachten konnte, ist die Art bundesweit und somit gegenwärtig leider auch im Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich seltener geworden. In den Medien wurde hierfür schnell der Schuldige gefunden – die kontinentale Unterart des Kormorans Phalacrocorax carbo sinensis. Dass dieser aber mit Sicherheit nicht allein am Bestandseinbruch vieler Äschenpopulationen verantwortlich ist, sondern auch Faktoren wie Gewässerverbauungen, Strukturarmut oder schlechte Wasserqualität, kann z.B. der folgenden Veröffentlichung zu diesem Thema entnommen werden: Äsche und Kormoran

Da die Äsche in speziellen Gewässerbereichen eine Leitfischart ist, werden bestimmte Fließgewässerabschnitte als Äschenregion bezeichnet. Diese Region liegt grob gesehen im Übergangsbereich vom Bach zum Fluss. Im Großen und Ganzen zeichnet sie sich durch klares, sauerstoffreiches Wasser und eine relativ starke Strömung bei Temperaturen um 16°C im Sommer bzw. um 3°C im Winter aus.

Im Gegensatz zu den anderen in Siegen-Wittgenstein vorkommenden forellenartigen Fischen ist die Äsche ein ausgesprochener Schwarmfisch, der sich insbesondere zur Nahrungssuche gern in der Mitte stark durchströmter Gewässerkolke aufhält. Bleibt zu hoffen, dass dieser prächtige Fisch durch weitsichtige Erhaltungsmaßnahmen auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.