Groppe

Die Groppe Cottus gobio

Gute Tarnung der Groppe zwischen den Steinen am Bachgrund, Foto M. Frede
Gute Tarnung der Groppe zwischen den Steinen am Bachgrund, Foto M. Frede

Groppen sind sehr empfindlich gegen Verschmutzung oder starke Erwärmung ihrer Aufenthaltswässer. Aus diesen Gründen verschwand sie gegen Mitte des letzten Jahrhunderts auch aus einigen Bächen Nordrhein-Westfalens. Hierbei waren besonders die Flachland-Fließgewässer betroffen. Aber auch Abschnitte heimischer Fließgewässer waren zur Zeit der Industrialisierung nahezu groppenfrei, so z.B. die Ferndorf zwischen Hilchenbach und Siegen und die Sieg bei Siegen.

Wurde die Groppe einst als vermeintlicher Forellenschädling bekämpft, so haben zwischenzeitlich wissenschaftliche Untersuchungen belegt, dass dieser Kleinfisch nur verschwindend geringe Anteile an Forellenbrut oder -Laich verzehrt. Das Gros seiner Nahrung besteht aus Wasserinsekten, deren Larven und Weichtieren. Im Gegensatz dazu verzehren Bachforellen in nicht unerheblichem Anteil Groppen und deren Larven! Trotzdem ist die Groppe dadurch nicht gefährdet, sondern, ganz im Gegenteil, stellt sich so ein natürliches Gleichgewicht zwischen Jäger und Beute ein.

Jungtier einer Groppe, Foto M. Frede
Jungtier einer Groppe, Foto M. Frede

Die Groppe Cottus gobio gehört zu jenen Fischarten, die laut Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie besonders zu schützen ist. Aus diesem Grund müssen ihre Bestände in regelmäßigen Abständen registriert werden.

Die Groppe ist im Prinzip in ganz NRW bekannt. Was jedoch bis vor wenigen Jahren niemand wusste und nur wenige ahnten, ist die Tatsache, dass sich hinter unserer „Groppe“ in NRW mittlerweile drei verschiedene Arten verbergen! Neben der im Weser- und Ems- Einzugssystem lebende Groppe Cottus gobio, die deshalb manchmal auch als „Wesergroppe“ bezeichnet wird, existiert nämlich noch die in den Nebengewässern des Rheins und somit auch im Kreis Siegen-Wittgenstein lebende! Rheingroppe Cottus rhenanus und die den eigentlichen Rhein besiedelnde Scheldegroppe Cottus perifretum! Groppe und Rheingroppe lassen sich gegenwärtig nur anhand genetischer Untersuchungen sicher unterscheiden. Das wichtigste, äußerlich erkennbare Merkmal der Scheldegroppe ist ihre (im Gegensatz zur Groppe und Rheingroppe) raue Haut