Gesetzlich geschützte Biotope

nach §30 Bundesnaturschutzgesetz bzw. nach §42 Landesnaturschutzgesetz NRW

Bergmähwiese bei Richstein, Foto M. Frede
Bergmähwiese bei Richstein, Foto M. Frede

Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist durch eine Vielzahl verschiedener Nutzungen und Landschaftsstrukturen gekennzeichnet. Weite Waldgebiete wechseln mit offenen Grünlandbereichen, die wiederum z.T. von Gehölzstrukturen (Hecken, Gebüschen, Ufergehölzen) und Fließgewässern durchzogen sind. Insbesondere die landwirtschaftliche Flächennutzung erfolgt in unserer Region auch heutzutage noch weitestgehend extensiv. Deshalb haben viele der Flächen auch gegenwärtig eine starke Bedeutung für den Lebensraum- und Artenschutz. Eine hohe Anzahl seltener Tiere und Pflanzen können nur hier überleben.

Ein Großteil dieser naturnahen Lebensräume (Biotope) ist trotz weitestgehend extensiver Nutzung in seinem Bestand gefährdet.

Häufige Gefährdungsursachen sind Überbauung, Entwässerung, Nutzungsintensivierung oder Nährstoffeintrag durch Düngung.

Zum Erhalt und Schutz dieser Biotope enthält §42 des Landesnaturschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (LNatSchG NRW) entsprechende Regelungen. Folgende Biotope fallen unter diesen generellen Schutz:

  1. natürliche oder naturnahe unverbaute Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche und regelmäßig überschwemmten Bereichen
  2. Moore, Sümpfe, Röhrichte, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche
  3. natürliche Felsbildungen, offene natürliche Blockschutt- und Geröllhalden, Zwergstrauch-, Ginster- und Wachholderheiden, Borstgrasrasen, artenreiche Magerwiesen und -weiden, Trockenrasen, natürliche Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
  4. Bruch-, Sumpf- und Auwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder

Durch die Unterschutzstellung soll sichergestellt werden, dass diese Biotope als Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren und als typische Elemente unserer Kulturlandschaft erhalten bleiben. Der Schutz ist nicht von einer besonderen Ausweisung durch eine Behörde, z.B. mittels einer Verordnung abhängig, sondern besteht automatisch kraft des Gesetzes.

Um den Erhaltungszustand dieser Biotope und ihrer Arten zu erfassen und gegebenenfalls Pflegemaßnahmen zu veranlassen, kontrolliert die Biologische Station Siegen-Wittgenstein diese Gebiete vor allem im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes.

Wenn Sie sich eingehender zu §42-Biotopen informieren wollen, können Sie das §42-Biotope-Faltblatt (ehemals §62-Biotope) der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein einsehen bzw. herunterladen.

Lagekarten und weitere Informationen zu den gesetzlich geschützten Biotopen in NRW finden sie auch auf der Internet-Seite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW):
Allgemeine Infos sowie Karten (Bitte beim Hineinzoomen ein wenig Geduld mitbringen! Es kann ein wenig dauern, bis die Biotope und die topografischen Karten eingeblendet werden.)

 

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