Vogelschutzgebiet

 „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen“

Sonnenaufgang auf der Lipper Höhe im Vogelschutzgebiet "Wiesen und Wälder bei Burbach und Neunkirchen", Foto M. Frede
Sonnenaufgang auf der Lipper Höhe im Vogelschutzgebiet "Wiesen und Wälder bei Burbach und Neunkirchen", Foto M. Frede

Vogelschutzgebiete (VSG) dienen der Erhaltung, Wiederherstellung bzw. Neuschaffung von Lebensräumen und der darin lebenden, besonders gefährdeten bzw. schutzwürdigen Vogelarten. Die Mitgliedstaaten, so auch Deutschland, haben sich dazu verpflichtet, die zur Erhaltung jener Arten „zahlen- und flächenmäßig geeignetsten Gebiete“ zu Schutzgebieten (SPAs = Special Protection Areas) zu erklären.

Rechtliche Grundlage dieser Vogelschutzgebiete ist die Vogelschutzrichtline der EU (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979). Sie trat 1979 in Kraft und regelt den Schutz der wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume in der Europäischen Union.

Besonders relevant für die Ausweisung von Vogelschutzgebieten sind die im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie aufgeführten besonders gefährdeten bzw. schutzwürdigen Vogelarten. In Siegen Wittgenstein kommen davon 17 Arten als Brutvögel vor.

Das einzige Vogelschutzgebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein befindet sich in den Gemeinden Burbach und Neunkirchen. Dieses Gebiet beherbergt u.a. die NRW-weit größten Vorkommen an Braunkehlchen und Haselhühnern. Darüber hinaus kommen mindestens 11 weitere Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie im Gebiet vor:

Schwarzstorch, Wespenbussard, Rotmilan, Wachtelkönig, Rauhfußkauz, Sperlingskauz, Eisvogel, Schwarzspecht, Grauspecht, Mittelspecht und Neuntöter.

Nach langen Verhandlungen wurde die Burbacher Vereinbarung zum Schutz und zum Erhalt des europäischen Naturerbes in Burbach und Neunkirchen am 17. November 2000 von Vertretern des Umweltministeriums, des behördlichen Naturschutzes, der Kommunen, der Bezirksregierung, des ehrenamtlichen Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft sowie der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein in der Alten Schule Holzhausen unterzeichnet, um den Weg frei zu machen für das 4.484 ha umfassende EG-Vogelschutzgebiet „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neukirchen“.

Die Biologische Station Siegen-Wittgenstein ist für das Monitoring, d.h. für die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation der Häufigkeit und Verbreitung ausgewählter Tier- und Pflanzenarten bzw. Lebensräume zuständig. Beispielsweise werden die großen Vorkommen von Braunkehlchen im Buchhellerquellgebiet und im Wetterbachtal bei Holzhausen zusammen mit anderen Wiesenbrütern wie Wachtelkönig, Wiesenpieper und Bekassine beobachtet bzw. betreut. Gleiches gilt für das Haselhuhn, welches in diesem Vogelschutzgebiet seinen NRW-weiten Verbreitungsschwerpunkt hat.

Weitere Informationen zum Vogelschutzgebiet „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen“ finden sie unter:

„Naturschutz-Fachinformationssysteme-NRW“ auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.

 

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