Bergwiesen bei Burbach- Lippe und Burbach-Gilsbach sowie Bergheiden bei Burbach

52,5 ha

Wiesenknöterichblüte auf der Lipper Höhe im NSG Buchhellerquellgebiet, Foto M. Frede
Wiesenknöterichblüte auf der Lipper Höhe im NSG Buchhellerquellgebiet, Foto M. Frede

Das südlich von Burbach gelegene NSG „In der Gambach“ besteht aus drei Teilflächen, von denen die NRW-Stiftung die nördliche Teilfläche erworben hat. Es handelt sich dabei um die größte noch vorhandene Wacholderbergheide des Kreises Siegen-Wittgenstein. Die Wacholderheide „In der Gambach“ ist sowohl aus kulturhistorischer Sicht bedeutsam als auch wegen ihrer Naturausstattung. Sie gehörte früher zur gemeinschaftlich genutzten Hutung von Burbach. Die gesamte Fläche wird von nassen Abflussrinnen durchzogen, in denen sich Waldbinsensümpfe ausbreiten. Auch Torfmoose treten dort auf. In den trockeneren Bereichen finden sich Heideflächen mit Besenheide, Heidelbeere und Preiselbeere mosaikartig verzahnt mit Borstgrasrasen, in denen Quendelblättriges Kreuzblümchen, Hirsesegge und natürlich Borstgras vorkommen. Zahlreiche Wacholderbüsche muten urwüchsig an, und doch sind solche Wacholderheiden durch menschliches Wirtschaften entstanden, wobei Wacholder und Borstgras eigentlich „Weideunkräuter“ darstellen, da das Weidevieh diese Pflanzen verschmäht. Interessant ist auch das Vorkommen von Neuntöter und der große Bestand der Kurzflügeligen Beißschrecke. Heidegebiete zählen ebenfalls zu den „prioritären Lebensräumen“ nach der FFH-Richtlinie.

NSG Gambach, Foto M. Frede
NSG Gambach, Foto M. Frede

Rund um die Ortschaft Lippe liegen ausgedehnte orchideen- und trollblumenreichen Bergwiesen. Diese weisen – im Vergleich zu anderen Grünlandregionen – heute noch ein sehr umfangreiches Arten- und Biotoptypeninventar auf. Zahlreiche Pflanzen-, Vogel- und Schmetterlingsarten – an anderen Orten längst verschwunden – geben sich hier ein Stelldichein. In den weiträumigen Streuwiesenbrachen westlich der Gemeindeviehweide kommen z.B. Färberscharte, Himmelsleiter, Nordisches Labkraut und die Trollblume vor. Aber auch Neuntöter und Raubwürger brüten hier. In den Bergwiesen rund um Lippe finden sich große Bestände der Herbstzeitlosen, die im Herbst die Täler lila färben, aber auch Schwarze Teufelskralle, Bergrispengras und Waldstorchschnabel sorgen zu anderen Jahreszeiten für blumenbunte Wiesen. Die landesweit größten Vorkommen an Braunkehlchen und Blauschillerndem Feuerfalter sind hier zu finden, aber auch Wiesenpieper, Bekassine, Neuntöter und Raubwürger leben hier. Viele Schmetterlinge wie verschiedene Perlmutter- und Scheckenfalter sowie Widderchen finden hier ebenfalls ihr Auskommen.

Trollblume, Foto U. Siebel
Trollblume, Foto U. Siebel

Im  Bereich des NSG Gilsbachtal hat die NRW-Stiftung diverse Streuwiesen aufgekauft. Das Gebiet zeichnet sich neben seinem botanischen Reichtum auch durch das Vorkommen seltener Wiesenbrüter, v.a. Braunkehlchen und Wiesenpieper aus.

Wiesenpieper, Foto M. Frede
Wiesenpieper, Foto M. Frede