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Tagesseminar Fledermäuse in Siegen-Wittgenstein

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In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli  2013 fand in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein und dem NABU-Arbeitskreis Siegen-Wittgenstein ein Praxisseminar zu den in Siegen-Wittgenstein heimischen Fledermausarten statt. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmern die wichtigsten heimischen Arten, ihre Lebensraumansprüche und Erfassungsmöglichkeiten von Fledermäusen vorzustellen.

Demonstration von Geräten für die Fledermausrufaufzeichnung während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Demonstration von Geräten für die Fledermausrufaufzeichnung während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Zum Treffpunkt am Wanderparkplatz Röspe erschienen gegen Abend 8 Seminarteilnehmer. Nachdem sich die Seminarleiter und Arbeitskreis-Mitglieder Manuel Graf (Student der Landschaftsentwicklung in Osnabrück), Christian Sebening (Fledermauspflegestation Schameder) und Michael Frede (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein) kurz vorgestellt hatten, referierte Christian Sebening kurz über seine in Schameder ansässige, behördlich registrierte Fledermauspflegestation und die Möglichkeit, verletzten oder geschwächten Fledermäusen erste Hilfe zukommen zu lassen. Darüber hinaus demonstrierte er u.a. die Fütterung einer in seiner Pflege befindlichen, jungen Fransenfledermaus mit einer speziell für Fledermausjungtiere zusammengestellten Milchmischung.

Netzaufbau während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Netzaufbau während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Anschließend stellte Michael Frede die häufigsten der bisher 16 festgestellten Fledermausarten Siegen-Wittgensteins vor und referierte kurz über Verbreitung, ökologische Präferenzen und die Gefährdungssituation der betreffenden Arten. Dabei wurde erwähnt, dass Fledermäuse u.a. nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, nach Anhang IV der EU-weit geltenden FFH-Richtlinie sogar streng geschützt sind. Deshalb spielen Fledermäuse als regelmäßiger wichtiger Bestandteil faunistischer Gutachten, insbesondere im Rahmen von Bauplanungen eine große Rolle.

Fang einer Wasserfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Fang einer Wasserfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Danach wurde sich zur nahegelegenen Röspemündung begeben, um rechtzeitig mit einbrechender Dunkelheit die Fledermausfangnetze positionieren zu können. Vor Ort erklärten Manuel Graf und Michael Frede den Aufbau und die günstigste Positionierung der Netze im Fanghabitat. Zum Einsatz kamen vier Fangnetze, sogenannte Puppenhaarnetze, die aus besonders dünnen Nylonfäden gefertigt werden, mit Längen zwischen 6 und 15 Metern sowie jeweils 4 Metern Höhe. Nachdem die Netze aufgebaut, aber noch nicht fangbereit waren, stellte Michael Frede weitere Möglichkeiten vor, Fledermäuse nachweisen zu können. In diesem Zusammenhang präsentierte er digitale Detektoren, die die im Ultraschallbereich liegenden Fledermausrufe in einen für das menschliche Ohr hörbaren Frequenzbereich umwandeln. Außerdem wurden Detektoren vorgestellt, die speziell für die automatische Aufnahme und Speicherung von Ultraschallauten über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt worden sind. Des Weiteren führte er einen Ultraschallautsprecher vor, mit dem es möglich ist, gespeicherte Sozialrufe von Fledermäusen abzuspielen und so Fledermäuse gezielt in die Fangnetze zu locken. Es blieb nicht unerwähnt, dass zum Fang von Fledermäusen bzw. zum gezielten Anlocken derselben eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Landschaftsbehörde erforderlich ist, über die alle drei Seminarleiter selbstverständlich verfügen.

Vermessen einer gefangenen Wasserfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Vermessen einer gefangenen Wasserfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

In der Zwischenzeit war die Dunkelheit über die Fledermauskundler hereingebrochen. Jeweils mindestens 3 Personen wurden nun für jedes Netz eingeteilt, damit die Tiere rechtzeitig entdeckt und von den Seminarleitern aus Selbigen befreit werden konnten. Nach wenigen Minuten verfing sich bereits die erste Wasserfledermaus im Netz. Diese Art ist ein regelmäßiger Nahrungsgast an der Röspemündung und macht dort Jagd auf die zahlreichen Insekten. Oft werden diese mit der Schwanzflughaut und den relativ großen Füßen von der Wasseroberfläche abgekeschert. Manuel Graf erläuterte die Kennzeichen der Art und um welches Geschlecht es sich bei dem Tier handelte. Während die Detektoren offenbarten, dass sich fast ständig Fledermäuse der Arten Wasserfledermaus, Zwergfledermaus, Bartfledermaus spec. und Kleinabendsegler in der Nähe befanden, gingen weitere Fledermäuse in die Netze. Die gefangenen Tiere wurden im Beisein der Teilnehmer von Michael Frede bzgl. Ihres Alters untersucht sowie vermessen und gewogen. Sämtliche Daten wurden in einen speziellen Protokollbogen eingetragen.

Freilassen einer gefangenen Zwergfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Freilassen einer gefangenen Zwergfledermaus während des Fledermausseminars an der Röspemündung

Gegen 1 Uhr morgens erfolgte das Abbauen der Netze und das Verstauen der übrigen Ausrüstung. Résumé: 5 Wasser- und eine Zwergfledermaus. Mit diesem Fangergebnis konnten Seminarleiter und-Teilnehmer am Ende der Veranstaltung zufrieden sein.

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