Geschichtlicher Hintergrund

Ruhende Wölfe, Foto von Rain Carnation auf Pixabay
Ruhende Wölfe, Foto von Rain Carnation auf Pixabay

Der mittelgroße Eurasische Grauwolf war einst in ganz Europa über Russland bis nach Asien verbreitet. Jahrhundertelang streiften viele Wolfsrudel auch durch Deutschland. Solange die Menschen als Jäger und Sammler ihren Lebensunterhalt erwarben, lebten sie in friedlicher Koexistenz mit den Wölfen, ja, sie fanden sie so interessant und bewundernswert, dass sie einzelne Tiere zähmten. Das waren die Vorläufer unserer Hunde. Die zunehmende Inanspruchnahme der Landschaft durch die Menschen, die Landwirtschaft und vor allem  Viehhaltung betrieben, ließ den wildlebenden Wolf aber zunehmend zum Konkurrenten werden. Auch die intensive Jagdausübung durch den Adel und der Mythos vom „bösen Wolf“ trugen zur Ausrottung der Wölfe bei. Schon zu Zeiten Karls des Großen wurden erste Treibjagden auf Wölfe veranstaltet. Ab dem 15. Jh. setzte die organisierte Bekämpfung des Wolfes ein mit dem Ziel, die Art auszurotten. Man stellte den Tieren auf jegliche Art und Weise nach und schreckte dabei auch nicht vor den grausamsten Methoden zurück. Um etwa 1750 war der Wolf, bis auf Einzelgänger, aus weiten Teilen Deutschlands verschwunden.

Seit der Unterschutzstellung der Wölfe nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 konnten erstmals wieder Wölfe in Deutschland Fuß fassen. Im Jahr 2000 wurden nach langer Zeit die ersten Wolfswelpen Deutschlands in Freiheit geboren.

Auch in Nordrhein-Westfalen sind die Wölfe mittlerweile angekommen. Wo sich nachweislich Wölfe angesiedelt haben, werden sogenannte Wolfsgebiete ausgewiesen. Aktuell gibt es drei davon. Nach der Ausweisung des ersten Wolfsgebietes „Schermbeck“ am Niederrhein (Oktober 2018) und der Ausweisung des zweiten Wolfsgebietes „Senne“ (Ende 2018)  erfolgte im Juli 2019 die Ausweisung des Wolfsgebietes „Eifel – Hohes Venn“ in der Städteregion Aachen. Die Ausweisung der Wolfsgebiete ist vor allem für Weidetierhalterinnen und -halter wichtig, denn in Wolfsgebieten werden Herdenschutzmaßnahmen gefördert.

Auch im Kreis Siegen-Wittgenstein sind vereinzelt schon Wölfe gesichtet worden. Eine Familie (Rudel genannt) hat sich bisher im Kreisgebiet direkt noch nicht angesiedelt.

Seit Mai 2018 existiert in Rheinland-Pfalz das „Wolfspräventionsgebiet Westerwald“, da sich im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Stegskopf eine Wölfin angesiedelt hatte. In Anbetracht der Nähe zur Landesgrenze und weil nicht auszuschließen ist, dass die Wölfin die Grenze überquert, wurde mit Wirkung vom 05.04.2019 auf nordrhein-westfälischer Seite eine Pufferzone („Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf“) ausgewiesen. Im Kreis Siegen-Wittgenstein liegen alle Städte und Gemeinden außer Bad Berleburg innerhalb dieser Pufferzone. Mit Ausweisung werden auch in den Pufferzonen vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz gefördert.

Die  Fachstelle Wolf am Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Sachsen informiert über die Geschichte von Wolf und Mensch
Ein ganzes Bündel an Informationen bietet die Seite von Planet Wissen.