Brennessel

Die Große Brennnessel ist seit dem Altertum als Gemüsepflanze bekannt. Sie ist reich an Eiweiß und den Vitaminen A, C, E, enthält viel Magnesium, Eisen und Silicium, die Samen enthalten Linolsäure und Vitamin E, also ein richtiges „Superfood“. Da braucht man also gar nicht in die Ferne zu schweifen.

Ein Vergleich:
100 g Brennnesselblätter enthalten: Vit. C 333 mg (Kopfsalat 13 mg), Vitamin A 0,74 mg (Kopfsalat 0,13 mg), Eisen 7,8 mg (Kopfsalat 1,1 mg), Magnesium 71 mg (Kopfsalat 11 mg), Kalium 410 mg (Kopfsalat 224 mg).

Da Brennnessel Nitrat anreichern, sollte man sie nicht täglich zu sich nehmen – aber wer macht das schon. Verwendbar sind die Blätter, aber auch im Frühsommer die Blütenknospen in Salat oder später die getrockneten oder gerösteten Samen als Gewürz. Beachten: Brennnesseln sind zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen.

Als potente Heilpflanze ist die Brennnessel ebenfalls schon lange bekannt. Sie hilft bei rheumatischen Beschwerden und Verdauungsleiden und wirkt blutreinigend und entgiftend. Von der Wurzel bis zum Samen lassen sich Heilwirkungen finden. Aus den zähen Stängeln wurden früher sogar Fasern gewonnen. Dies wird heutzutage wiederentdeckt. Wo, können Sie hier sehen.

Brennnessel, Foto S. Portig
Brennnessel, Foto S. Portig

Wo finde ich Brennnesseln?

Brennnesseln zeigen nährstoffreichen und tiefgründigen Boden an. Sie gelten als Stickstoffzeiger. Daher stehen sie auch gerne an Abfallstellen oder Wegrändern, oft gemeinsam mit Giersch. Zum Sammeln sollte man sich etwas abseits gelegene Stellen suchen, also nicht dort, wo viele Hunde Gassi geführt werden …

Im Frühjahr werden die ersten drei bis vier Blattpaare mit dem Stängelstückchen gesammelt. Auch später im Jahr kann man diese zarten Triebspitzen noch nutzen. Dann sollte man aber darauf achten, ob sich nicht schon andere Interessenten an der Pflanze befinden. Viele Schmetterlinge, z.B. das hübsche Tagpfauenauge, nutzen die Große Brennnessel als Raupenfutterpflanze. Seine Raupen brauchen unbedingt die Große Brennnessel. Keine Brennnesseln, keine Tagpfauenaugen.

Falls Sie also Platz in Ihrem Garten haben, überlassen Sie doch ein Eckchen den Brennnesseln. Vielleicht in der Nähe des Komposthaufens, denn sie wachsen am Liebsten in besonders gut gedüngtem Boden.

Aber Brennnesseln können den Gärtner/innen unter uns noch auf ganz andere Art nützen: Kleingeschnitten beschleunigen sie die Rotte im Komposthaufen oder geben (ohne Samen) eine gute Mulchschicht ab. Als Jauche düngen sie die Gemüsepflanzen. Das dient auch gleich dazu, dem Ausbreitungsdrang der Nesseln Grenzen aufzuzeigen.

 

Jetzt aber zum Kulinarischen

Jetzt im Frühling, wenn die ersten Blätter erscheinen, wird geerntet. Was wir brauchen, sind die Triebspitzen, also die ersten zwei bis drei, vier Blattpaare mit dem Stängelstückchen. Wenn man regelmäßig erntet, wachsen frische Nesseln nach, die sind so schnell nicht klein zu kriegen.
Nach dem Sammeln, dabei sind (nicht zu dünne) Gummihandschuhe angesagt und eine Schere, wird das Sammelgut gewaschen (Handschuhe !!!).
Die gewaschenen Nesseln kocht man mit wenig Wasser kurz auf. Das Ergebnis sollte nicht zu dünnflüssig sein. Sie werden feststellen, dass Sie viel sammeln müssen, um eine ausreichende Menge Gemüse zu erhalten.

Es ist ratsam, vor dem Weiterverarbeiten das Gemüse zu pürieren.

Um ein schmackhaftes Brennnessel-Gemüse zu erhalten, können Sie Zwiebeln und (wenn gewünscht) Knoblauch pellen, hacken und in Butter glasig dünsten, dann die vorbereiteten Brennnesseln zugeben und etwa 5 – 10 Minuten mitdünsten.
Gegen Ende der Garzeit Knoblauch und Sahne zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken – wie Spinat, wenn nicht sogar besser. Lecker!

Zutaten:
mehrere Hände voll Bennnesseln (junge Sproßspitzen)
nach Bedarf Zwiebeln, Knoblauchzehen (wenn gewünscht), Butter, Süße Sahne, Salz und Pfeffer

Aus den vorgekochten Brennnesseln können Sie auch Brennnesselfrikadellen oder -puffer braten.

Dazu vermischen Sie den erhaltenen nicht zu dünnflüssigen Brei mit Eiern, Milch, etwas Haferflocken oder Mehl. Nach Geschmack würzen. Je nach erhaltener Konsistenz formen Sie flache Frikadellen oder geben den Brei mit einem Schöpflöffel in die Pfanne (ähnlich wie Kartoffelpuffer). Auf beiden Seiten backen.

Zutaten:
Mehrere Hände voll Bennnesseln (junge Sproßspitzen)
Es ist schwierig, genaue Mengenangaben zu machen, daher Je nach Bedarf: Eier, Milch, Mehl oder Haferflocken verwenden. Einfach ausprobieren.

Brennnessel-Puffer, Foto U. Siebel
Brennnessel-Puffer, Foto U. Siebel