Giersch

Giersch ist oft in der Nähe von Brennnesseln zu finden. Er bevorzugt ebenfalls nährstoffreiche, nicht zu trockene Standorte und gedeiht besonders gut im lichten Schatten. Dort kann er flächendeckende Bestände bilden. Es gibt zahlreiche Pflanzen mit einem doldenförmigen Blütenstand, darunter auch sehr giftige. Aber an der Blattform ist der Giersch gut von anderen Doldenblütlern zu unterscheiden. Die gelblich-grünen Blätter sind dreigeteilt und die Blatt-Teile (die auch noch mal geteilt sein können) bilden ein Kreuz miteinander.

Giftige Vertreter sind z.B. die Hundspetersilie (riecht unangenehm, Blätter dunkelgrün glänzend und fein gefiedert), der Wasserschierling (fingerförmige Blätter, Blattfinger lang und schmal) oder der Gefleckte Schierling (Stängel mit roten oder violetten Flecken, Blätter gefiedert, auffälliges Hüllblatt unter der Blütendolde), der schon Sokrates zum Verhängnis wurde.

Aber nun wieder zum Giersch. Wie die Gärtnerinnen und Gärtner unter uns wissen, breitet sich der Giersch vehement aus, wenn man ihn läßt. Mit seinen weißen, unterirdischen Ausläufern durchzieht er im Nu ganze Staudenbeete. Da er in Massen vorkommt, war er ein beliebtes Gemüse und wurde im Mittelalter sogar als Gemüse- und Heilpflanze in Gärten angebaut.

Giersch ist reich an Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer. Außerdem enthält er im Vergleich zu Kopfsalat ein Vielfaches an den Vitaminen A und C, sowie Eiweiß. Da er harntreibend, krampflösend, entzündungshemmend und entsäuernd wirkt, nutzte man ihn bei Rheuma- und Gichterkrankungen. Der lateinische Name Aegopodium podagraria weist darauf hin. Podagra bezeichnet einen akuten Gichtanfall an der großen Zehe. Äußerlich kann man das zerquetschte Kraut zu Umschlägen bei Insektenstichen oder Verbrennungen nutzen.

Junge Blätter können das ganze Jahr über geerntet werden – durch das ständige Pflücken wird die Pflanze übrigens mehr geschwächt, als durch den Versuch, sie auszuhacken – um sie zu Salaten, Gemüse, Kräuterfüllungen, Aufläufen und anderen leckeren Gerichten zu verarbeiten. Die Blüten ergeben eine nette, eßbare Dekoration und mit den Früchten kann man würzen.

Gierschpflanze, Foto U. Siebel
Gierschpflanze, Foto U. Siebel
Gierschblatt, Foto U. Siebel
Gierschblatt, Foto U. Siebel
 
Giersch – Maultaschen

Zutaten Nudelteig: (für 6 Personen)
500 g Mehl
1 – 2 Prisen Salz
4 – 5 Eier
1 – 2 TL Öl

Zutaten Füllung:
750 g Giersch, fein geschnitten
300 g Emmentaler, gerieben
3 Eier (etwas Eiweiß zurückbehalten)
1 – 2 Zwiebeln, fein gehackt
etwas Knoblauch
300 g Magerquark
Salz, Pfeffer, Muskatnuß nach Geschmack

Zubereitung:

Nudelteig: Alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten. Teig kneten, bis er Blasen zeigt. Danach 1/2 Stunde ruhen lassen.
Anschließend in 12 Teile teilen und messerrückendick ausrollen. In etwa 8 cm große Quadrate schneiden. Teigränder mit Eiweiß bestreichen und füllen.

Füllung: Giersch leicht dünsten und abtropfen. Alle Zutaten verrühren, auf die Teigstücke streichen und Ränder zusammendrücken. Maultaschen in siedende Gemüsebrühe legen und etwa 10 Min. garen (nicht sprudelnd kochen). Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig.
Maultaschen in Brühe mit gedünsteten Zwiebeln oder mit Kartoffel- und Rohkostsalaten servieren.