Löwenzahn

Der anpassungsfähige Löwenzahn wächst bevorzugt auf gut gedüngten Wiesen, an Wegrändern, auf Äckern und in Gärten. Die Haupt-Blütezeit liegt im Frühjahr, dann kann er stark gedüngte Wiesen komplett gelb färben. Solche Flächen sollte man aber beim Sammeln meiden, sondern sich abgelegenere Stellen suchen, an denen nicht gedüngt wird und auch keine Autos fahren. Vielleicht überlassen Sie den Wildkräutern ja auch einen Platz im eigenen Garten. Auch wenn der Löwenzahn dort nicht so gerne gesehen wird. Er taucht aber auch an allen möglichen Stellen auf und ist aufgrund seiner tiefen Pfahlwurzel schlecht auszumerzen. Aber – das wollen wir auch gar nicht, denn, der Löwenzahn ist absolut kein wertloses „Un“-Kraut. Er gilt sogar seit Langem als wirksames Heilkraut! Der Löwenzahn steigert u. a. die Gallensekretion und hilft bei Leberbeschwerden, Gicht und Rheuma, er wirkt blutreinigend, entwässernd und leicht abführend. Außerdem regt er den Appetit an.

Die vitaminreichen Löwenzahnblätter enthalten mehr Provitamin A als Möhren und 40x mehr als Kopfsalat, 40x mehr Eisen als Spinat, Vitamine B und C, Mineralstoffe und Flavonoide (wofür die wichtig sind, können Sie hier nachlesen). Weitere Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Bitterstoffe, Schleimstoffe, Zucker (im Frühjahr bis 18 %), Inulin (2 %, bis zum Herbst auf 40 % ansteigend), Eiweiß, Kalium, Magnesium, Phosphor.

Löwenzahn kann das ganze Jahr über geerntet werden. Blätter wachsen immer wieder frisch nach. Verwendbar sind Wurzel, Blätter, Stängel, Knospen und Blüten.

Blühender Löwenzahn, Foto U. Siebel
Blühender Löwenzahn, Foto U. Siebel
Kulinarisches aus den Blättern

Die jungen, noch hellen Blätter ergeben alleine oder gemischt mit anderen Salatblättern einen vitaminreichen Salat. Da Löwenzahnblätter – wie übrigens alle Wildkräuter – einen kräftigen Geschmack besitzen, schmecken sie besser mit milden Soßen aus Joghurt oder Sahne. Um das ungewohnt Bittere etwas zu mildern, kann man die geschnittenen Blätter vorher etwas wässern, oder man legt sie 1/2 Stunde vorm Verzehren schon in die Salatsoße, damit ein Teil der Bitterstoffe herausgezogen wird. Allerdings sind die Bitterstoffe sehr gesund und leider aus unseren Gemüsepflanzen weitgehend weggezüchtet worden.

Kleingehackte Blätter können Sie auch über Suppen und Eintöpfe streuen, oder als Brotbelag verwenden.

 

Löwenzahn-Kartoffelsalat „Grün-weiß“

entnommen aus dem Hobbythek-Buch „Lebenselixiere aus Deutschland“

Zutaten (für 4 Personen)

  • 300 g junge Löwenzahnblätter
  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • Apfelessig
  • 3 EL kaltgepresstes Kürbiskernöl (alternativ Walnussöl)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe (nach Geschmack auch mehr)

Zubereitung:

Löwenzahnblätter waschen, in Streifen schneiden und in einem Küchentuch oder einer Salatschleuder trockenschleudern. Die Kartoffeln in Salzwasser kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Heiß mit den Löwenzahnblättern mischen. Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer eine Marinade herstellen, an den Salat geben und unterheben. Die Zwiebel fein würfeln und ebenfalls an den Salat geben und die Knoblauchzehe darüber auspressen. Nochmals wenden und ziehen lassen. Der Salat schmeckt am besten noch lauwarm.

 
Blüten, Blütenknospen, Stängel und Wurzeln

Das, was gemeinhin als Löwenzahnblüte angesprochen wird, ist ein Blütenstand, der aus vielen kleinen, gelben Blütchen besteht. Diese Blütenblätter, also nur die gelben Teile des Blütenstands, können zur Herstellung von Sirup oder Gelee genutzt werden. Für Löwenzahn-Sirup kocht man 1 Liter Blüten mit 1 Liter Wasser auf, läßt ca. eine halbe Minute köcheln und filtert nach dem Abkühlen den Saft ab. Danach füllt man den Saft auf 1 Liter mit Wasser auf, fügt 1 kg Zucker und den Saft einer Zitrone bei. Die Flüssigkeit kocht man dann unter Rühren auf und läßt bei mittlerer Hitze den Sirup einkochen, bis er zähflüssig ist. Heiß in Gläser füllen und verschließen (Rezept aus: „Delikatessen am Wegesrand“).

Die Blütenstängel sind auch essbar. Längs aufgespalten und in Wasser gelegt, rollen sie sich zu Spiralen zusammen, die eine essbare Deko im Salat ergeben.

Die Blütenknospen eignen sich eingelegt in Essig als Kapern-Ersatz, oder in der Pfanne gebraten als Gemüse.

Selbst die Wurzeln sind verwendbar. Aus ihnen läßt sich durch Rösten ein Kaffee-Ersatz herstellen. Dazu putzt man die ausgestochenen Wurzeln und schneidet sie klein (etwa 1 cm) und röstet sie auf einem Blech im Backofen bei 220 Grad, bis die Wurzeln dunkelbraun geworden sind, dabei öfter mal wenden. Vor Gebrauch mahlen und wie Kaffee zubereiten (Rezept aus: „Delikatessen am Wegesrand“).