Hülsenfrüchte

Die charakteristische Frucht der Schmetterlingsblütler ist meist eine Hülse. Diese hat eine Bauch- und eine Rückennaht.

Zu den Schmetterlingsblütlern – oder Leguminosen –  gehören Garten,- Acker- oder Sojabohnen, Erbsen, Kichererbsen, Linsen und viele andere Pflanzen wie Wicken, Lupinen oder der Ginster. Auch Bäume findet man darunter, z.B. die Robinie.

Wenn landläufig bei den Hülsenfrüchten von „Schoten“  (Erbsen“schoten“) gesprochen wird, ist das nicht korrekt. Schoten besitzen eine Scheidewand und sind bei den Kreuzblütengewächsen (Brassikaceen) zu finden. Besonders schön kann man das beim Silberblatt sehen. Da bleibt nur die innere Scheidewand stehen. Und Paprika“schoten“ sind keine Schoten sondern – Beeren!

Früchte und Samen der Hülsenfrüchte sind sehr eiweißreich. Außerdem lassen sich auf relativ kleiner Fläche ordentliche Erträge erzielen. Deshalb sind sie für die menschliche Ernährung weltweit wichtig. Das können alle die bestätigen, die sich – gewollt oder ungewollt – vegetarisch  oder vegan ernähren.

Einige Hülsenfrüchte, die oft in Gärten angebaut werden, stelle ich Ihnen nachfolgend vor:

 
Gemüsebohnen, Foto: Jan Nijman auf Pixabay
Gemüsebohnen, Foto: Jan Nijman auf Pixabay

Gemüsebohnen
Die Gemüsebohnen, die meistens gemeint sind, wenn man von Bohnen spricht, gehören zur Gattung Phaseolus und stammen ursprünglich aus Amerika. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Sorten in allen möglichen Farben.
Sie enthalten viel Eiweiß und Nukleinsäuren (wichtig für die Reparatur und Verjüngung der Zellen) sowie große Mengen der Spurenelemente Mangan und Molybdän, außerdem Eisen, Calcium, Kalium, Vitamin C und verschiedenen B-Vitamine und Ballaststoffe.
• helfen gegen Leber, Nieren- und Blasenleiden
• kurbeln die Eiweißsynthese in Körperzellen an und wirken zellverjüngend
• kräftigen Herz und Kreislauf und wirken vitalisierend
• helfen bei Verdauungsbeschwerden und wirken entwässernd

Gartenbohnen enthalten für den Menschen giftige Lektine (Phaseolin), die durch Kochen zerstört werden. Daher nur gegart verzehren.

 
Ackerbohnen, Foto: johndavi auf Pixabay
Ackerbohnen, Foto: johndavi auf Pixabay

Ackerbohnen (oder Saubohnen, Dicke Bohnen, Pferdebohnen usw.)
Die Ackerbohne (Vicia faba) gehört zu den Wicken und wird seit dem Altertum genutzt. Im Mittelalter eines der wichtigsten Nahrungsmittel, wurde sie durch die neuweltliche Gartenbohne verdrängt und dient heutzutage hauptsächlich als Viehfutter- sie ist aber durchaus schmackhaft und für die menschliche Ernährung geeignet. Ihre Samen enthalten ca. 25 – 30 % Eiweiß, 1 – 2 % Fett, 40 – 50 % Kohlenhydrate sowie Ballaststoffe, die reifen Bohnen enthalten viel Vitamin B1.
• sollen harntreibende, krampflösende und sedative (beruhigende) Wirkung haben

Ackerbohnen enthalten Phytohämagglutinin, sodass sie nur gekocht verzehrt werden sollten und Ackerbohnen können für Menschen mit der Erbkrankheit G6PD-Mangel zu einem verstärkten Zerfall roter Blutkörperchen führen, zum Favismus, Näheres dazu hier.

 
Erbsen, Foto: CogSciLibrarian auf Pixabay
Erbsen, Foto: CogSciLibrarian auf Pixabay

Erbsen
Erbsen sind sehr proteinreich. 100 g Erbsen enthalten 10mal mehr Eiweiß als eine Currywurst mit Pommes frites und einer Nachspeise aus Sahnetorte. Die in den Samen angereicherten Nukleinsäuren und wichtig für Zellteilung und –reparatur. Da diese Nukleinsäuren nur mit Hilfe von Magnesium aus dem Nahrungsbrei aufgenommen werden können, Magnesium ebenfalls in hoher Konzentration in der Erbse vorhanden ist, sind Erbsen ideal für Kinder, Heranwachsende und ältere Menschen. Grüne Erbsen enthalten überdurchschnittlich viel Vitamin A, B1, B2, B3 sowie Eisen.
• wirken verjüngend, fördern das Zellwachstum und aktivieren den Zellstoffwechsel
• wirken muskelaufbauend und kräftigen Haare und Bindegewebe
• wirken vitalisierend, kräftigen Nerven und vermitteln geistige Frische
• verbessern die Sehfähigkeit
• helfen bei Verstopfung und wirken entgiftend
• senken den Cholesterin- und Blutfettspiegel
Nur kurz mit wenig Wasser garen, damit möglichst viele Vitamine erhalten bleiben. Das wichtige Nervenvitamin Thiamin (B1) wird bereits durch Gefrieren abgebaut, durch Lagern oder Erhitzen ganz zerstört.