Kräuter

Kräuterbeet, Foto von U. Siebel
Kräuterbeet, Foto von U. Siebel

Viele unserer im Garten kultivierten Würzkräuter sind als Heilkräuter bekannt, wie z.B. Salbei oder Thymian. Aber auch andere Kräuter entfalten Heilwirkungen. Nachfolgend werden einige davon vorgestellt und ihre Anwendungsmöglichkeiten kurz angesprochen. Diese Seite soll allerdings nur einen kleinen Einblick gewähren. Falls Sie weitere Informationen wünschen, steht Ihnen eine große Auswahl an einschlägiger Literatur zur Verfügung und auch das Internet bietet dazu gute Möglichkeiten… in Zweifelsfällen gilt: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker:“

 

Meerrettich

enthält Senfölglycoside, Vitamine (besonders viel Vitamin C), Flavonoide und antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe. Verwendbar ist die gesamte Pflanze als Gewürz.
• regt die Ausschüttung von Verdauungssäften an
• Senfölglycoside wirken antimikrobiell (pflanzliches Antibiotikum) vor allem bei Infektionen der Atemwege und der ableitenden Harnwege
• äußerlich angewendet bei infizierten Wunden, Rheuma, Insektenstichen

 

Beifuß und der stärkere Bruder, der Wermut

Je nach Geschmack wird entweder Beifuß oder Wermut als Gewürz genutzt, ihre Wirkung ist ähnlich, Wermut ist aber bitterer. Beide machen fette und schwere Speisen wie Gänse- oder Entenbraten bekömmlicher und leichter verdaubar. Inhaltsstoffe sind ätherische Öle und Bitterstoffe.

Beifuß wird gerne als Gewürz verwendet. Er kann aber auch bei starken Magen- und Darmstörungen als Tee helfen, ebenso wie Wermut, dieser vor allem auch bei Galle-Beschwerden. Wermut enthält Bitterstoffe (Absinthin), ätherisches Öl (u.a. Thujon) und auch Gerbstoffe. Um den Tee genießbarer zu machen, kann man ihn mit Pfefferminze mischen. Süßen nutzt nichts, sondern beeinträchtigt sogar die Wirksamkeit.

• regen die Saftproduktion in Magen und Darm an
• verbessern den Gallefluß und erhöhen die Galleproduktion in der Leber
• fäulniswidrig und reinigend in Magen und Darm
• bei Hämorrhoiden, Stein- und Blasenleiden, Galle- und Leberleiden
• bei allgemeiner Schwäche mit Kopfweh und Übelkeit

Nicht überdosieren. In der Schwangerschaft auf keinen Fall verwenden. Vorsicht bei Allergien.

 

Salbei

Salbei ist sowohl als Gewürz- als auch als Heilpflanze bekannt. Fein gehackt passen Salbeiblätter zu Quark und Weichkäse, zu Suppen, Eintöpfen, Gemüse- und auch Fleischgerichten. Das ätherische Öl enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Es wirkt desinfizierend und krampflösend.

Der Tee
• heilt Entzündungen am Zahnfleisch, in Mund und Rachen,
• wirkt beruhigend,
• kann die Schweißabsonderung herabsetzen und
• ist gut für Magen und Darm.

Nicht überdosieren, das könnte den Magen belasten. In der Schwangerschaft nicht innerlich verwenden. Mehr dazu siehe hier.

 

Bohnenkraut

Bei uns werden hauptsächlich zwei verschiedene Arten vom Bohnenkraut verwendet, einmal das einjährige Bohnenkraut (Satureja Hortensis, ursprüngliche Verbreitung von Südosteuropa bis ins südwestliche Sibirien) und das mehrjährige, würziger schmeckende Berg-Bohnenkraut (Satureja montana, aus Südeuropa und dem Balkan stammend). Wirkung und Anwendung sind vergleichbar. Sie enthalten u.a. ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe.
• Fördern die Verdauung
• Wirken gegen Blähungen (daher ist es sinnvoll, Bohnengerichte damit zu würzen) und bei Durchfällen
• Regen den Appetit an
• Auch bei Husten und Verschleimung hilfreich

Anwendung als Tee.

 

Dost, Oregano oder auch Wilder Majoran (Origanum vulgare)

Ursprüngliche Heimat von Dost oder Oregano ist das Mittelmeergebiet. Er enthält ätherisches Öl, Gerbstoffe und Bitterstoffe.
• Desinfiziert den Verdauungstrakt
• Aktiviert die Verdauungssaft-Produktion
• Wirkt gegen Durchfälle
• Hilft bei Husten
• Wirksam gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum

Anwendung als Tee.

 

Dill

Dill kommt ursprünglich aus dem Orient. Er enthält u.a. ätherisches und fettes Öl.
• Dillfrüchte haben verdauungsanregende, blähungstreibende und krampflösende Eigenschaften
• Regen den Appetit an
• Der Tee aus den Blättern soll ebenfalls bei Magenkrämpfen und Verdauungsstörungen helfen.

Zur Beachtung für Bräute und die, die es werden wollen: „Im Volksglauben vertrieb er Dämonen und sollte der Braut zur Herrschaft in der Ehe verhelfen („Ich habe Senf und Dille, Mann, wenn ich rede, schweigst du stille.“), aus: Wikipedia zum Dill (Pflanze).

 

Liebstöckel

Liebstöckel stammt aus Südeuropa. Als wichtigster Inhaltsstoff gilt das ätherische Öl. Das auch als Maggikraut bekannte Gewürz gibt Suppen und Eintöpfen, aber auch Fleischgerichten eine angenehme Würze. Dafür wird allgemein das Kraut verwendet und ausnahmsweise auch die Wurzel (falls man genug davon im Garten hat). Für Heilanwendungen kommt die Wurzel zum Einsatz.
• Wirkt harntreibend
• Lindert Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Sodbrennen, Völlegefühl

Anwendung als Tee.
Bitte nicht bei Entzündungen der ableitenden Harnwege, der Nieren oder bei eingeschränkter Nierentätigkeit anwenden. Auch Schwangere sollten Liebstöckel nicht verwenden.
Bitte nur die im Garten kultivierten Pflanzen benutzen. Als Doldenblüter kann man Liebstöckel evtl. mit giftigen Doldenblütern verwechseln.

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten läßt: Für einen Liebestrank ist Liebstöckel nicht geeignet – es sei denn, als Würze einer wohlschmeckende Suppe, die man dem oder der Angebeteten vorsetzt. Denn, Liebe geht bekanntlich durch den Magen.

 

Melisse

Die aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Melisse gedeiht auch in unseren Gärten. Die Melisse enthält das ätherische Melissenöl, sowie Mineralstoffe, Gerb- und Bitterstoffe und auch Flavonoide. Für den Tee müssen die Blätter vor der Blüte gesammelt werden.
• Beruhigend und schlaffördernd
• Wirkt krampflösend
• Hilft bei Blähungen und lindert Magenbeschwerden
Bekannt ist der Melissengeist, der bei nervösen Herzbeschwerden, nervösen Magen- und Darmbeschwerden, als Schlafmittel und auch als Einreibung genutzt wird. Selbst als Badezusatz kann man die Melisse verwenden.

 

Petersilie

Petersilie kommt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet (Marokko, Algerien, Tunesien, Jordanien). Da die giftige Hundspetersilie ähnlich aussieht, wie die Petersilie mit glatten Blättern, hat man Petersilie mit gekrausten Blättern gezüchtet. Bei uns sind daher Zuchtformen mit unterschiedlich gekrausten bis zu glatten Blättern bekannt, außerdem noch eine Sorte die eine Rübe ausbildet, die Wurzelpetersilie. Petersilie ist wohl das am meisten verbreitete Küchenkraut hierzulande. Blätter und Wurzeln enthalten u.a. ätherisches Öl und vergleichsweise viel Vitamin C (160 mg auf 100 g)
• Wirkt gegen Blähungen
• Magenmittel
• Zur Entwässerung

Für Heilzwecke werden sowohl die Früchte, als auch das Kraut verwendet.

Nicht überdosieren. Vor allem Schwangere sollten vorsichtig sein.

 

Thymian

Der als Heil- und Gewürzpflanze verwendete Gartenthymian (Thymus vulgaris) stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum. Der wichtigste Inhaltsstoff ist das ätherische Öl, welches desinfizierend und krampflösend wirkt. Auch der bei uns heimische Gewöhnliche Thymian (Thymus pulegioides), auch als Feld-Thymian oder Quendel bekannt, entfaltet diese Wirkungen, allerdings in geringerem Maße.
• Stillt krampfartigen Husten
• Bessert chronische und akute Bronchitis
• Mildert asthmatische Anfälle
• Regt den Appetit an
• Hilft bei der Verdauung
• Beseitigt Gärungserscheinungen und krampfartige Beschwerden im Darm

Anwendung als Tee (alleine oder in Teemischungen), Tropfen oder Säfte.

Überdosierungen vermeiden.

 

Ysop

Der vermutlich aus Südosteuropa stammende Ysop (Hyssopus officinalis) wächst schon seit dem Mittelalter in unseren Gärten. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen u.a. ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoidglycoside und der Farbstoff Hyssopin.
• Er soll bei Magen- und Darmstörungen helfen und den Appetit anregen
• In Blasentees nutzt man seine krampflösende und harntreibende Wirkung
• Verwendung als Schleimlösungsmittel bei trockenem Husten

Anwendung als Tee.

Nicht überdosieren.