Bauerngärten – nützlich, schön und zweckmäßig

Nützlich, schön und zweckmäßig – das sind die mit verschiedenen Zierpflanzen gleichsam verzierten Nutzgärten unserer Dörfer. In solchen Gärten gedeihen Gemüse, Gewürz- und Heilkräuter, Blumen und Beeren mit- und nebeneinander. Leider werden die früher überall anzutreffenden Bauern- oder Dorfgärten heute immer seltener. Das ist sehr schade, denn sie sind ein Paradebeispiel für eine naturnahe Gartengestaltung, die Platz bietet für eine Vielzahl von Arten. Das Gemüse wächst in Mischkultur, wobei sich die Pflanzen gegenseitig fördern und die vielen blühenden Sommerblumen und Stauden locken nützliche Insekten in den Garten.

 
Typischer Bauerngarten umgeben von Staketenzaun in Birkefehl, Foto von U. Siebel
Typischer Bauerngarten umgeben von Staketenzaun in Birkefehl, Foto von U. Siebel

Es gibt einige typische Elemente, die einen Bauerngarten auszeichnen und die auch in jedem kleinen Garten umsetzbar sind. Die Hauptsache ist wohl die Atmosphäre, die Nützliches mit Schönem vereint. Es gedeihen Gemüse, Gewürz- und Heilkräuter neben Blumen und Beeren – ohne Chemie, geschützt – wenn nötig – nur von einem Holzzaun.

Über viele Generationen hinweg diente der traditionelle Bauerngarten der Selbstversorgung. Je nach Bedürfnis der Betreiberinnen – ja, das waren und sind meistens die Landfrauen – überwog mal mehr die Nützlichkeit in Form von Gemüseanbau, oder die Schönheit. In solchen Gärten gab es dann mehr für die Nase in Form von Duftpflanzen oder Blütenreichtum für die Augen. Die noch bestehenden traditionellen Dorf- oder Bauerngärten werden auf die gleiche Art und Weise bewirtschaftet. Da heute ein Überfluss an Gemüse in den Geschäften zu finden ist, liegt der Fokus nicht mehr so stark auf Selbstversorgung, sondern den Zierpflanzen wird oft mehr Platz eingeräumt.

Wegekreuz mit rundem Beet, Foto von U. Siebel
Wegekreuz mit rundem Beet, Foto von U. Siebel

Oft findet man die formale Einteilung in vier Felder, die durch ein Wegekreuz geteilt und erschlossen werden. Diese Form wurde möglicherweise aus den Klostergärten übernommen, ist aber nicht maßgeblich. Die Form des Garten richtete und richtet sich hauptsächlich nach der zur Verfügung stehenden Fläche, ob vor, neben oder hinter dem Haus, viereckig oder unregelmäßig, aber immer praktisch.

Das Hauptaugenmerk liegt bei den Bauerngärten auf der Naturnähe. Viel Natur im Garten und am Zaun um ihn herum, eine ausgewogene Harmonie von Nutz- und Zierpflanzen und Wildkräutern (landläufig Unkräuter genannt, ein Begriff, der mir widerstrebt … na ja, vielleicht auf Giersch anzuwenden?) und gärtnern ohne Chemie.

 

 

Blühendes Beet entlang des Zauns, Garten in Elsoff, Foto von U. Siebel
Blühendes Beet entlang des Zauns, Garten in Elsoff, Foto von U. Siebel

Entlang des Zaunes bietet sich die Anlage eines Blumenbeetes an, in dem langlebige Stauden oder auch Sommerblumen ihren Platz finden. Der Blütenreichtum lockt nektar- und pollensuchende Insekten an wie beispielsweise  Schwebfliegen. Diese leben als erwachsene Insekten von Nektar und Pollen und zählen zu den wichtigsten Bestäubern. Die Larven einiger Arten aber sind räuberisch und Blattläuse sind ihre Leibspeise.

 

Ein empfehlenswertes Buch, das noch im Antiquariat erhältlich ist:

  • Das große Buch der Bauerngärten von Wolf-Dietmar und Ursula Unterweger