Insektenfreundliche Stauden und Sommerblumen

Stauden, Sommerblumen und auch Gehölze sind wichtige Elemente in unseren Gärten, wobei Gehölze und Stauden den Vorteil haben, dass sie über Jahre überdauern, sofern es ihnen an ihrem Standort zusagt und mit der Zeit immer schöner werden. Schreitet man nicht permanent ein, wird sich nach der Pflanzung mit der Zeit eine harmonische Lebensgemeinschaft einstellen (das gilt allerdings nicht für einen schattigen Garten, falls der sich nicht in einen reinen Giersch-Garten verwandeln soll …). Wenn Stauden zu groß werden, kann man im Herbst einen Teil abtrennen und bei einer Tauschbörse gegen andere Pflanzen tauschen oder einfach in der Nachbarschaft verschenken.

 

Das Angebot von Gartenpflanzen ist mittlerweile völlig unüberschaubar, daher soll hier auf einige besonders für Naturgärten geeignete Pflanzen eingegangen werden. Auch einige Wildpflanzen sind sehr präsentabel und sollten einen Platz im Garten bekommen bzw. behalten, wenn sie sich von selbst einstellen. Es sollten natürlich keine geschützten oder in ihrem Bestand bedrohten Arten aus der Natur entnommen werden. Wildpflanzen werden mittlerweile auch kommerziell vermehrt und im Handel angeboten. Was auch noch wichtig ist bei der Auswahl: Möglichst keine gefüllten Sorten verwenden. Schmetterlinge, Käfer, Wildbienen und viele andere Insekten werden es Ihnen danken. Und, falls kleine Kinder im Garten spielen, auf stark giftige Pflanzen, wie z.B. Eisenhut oder Goldregen, verzichten.

Damit Insekten vom Frühling bis zum Herbst Nektar- und Pollenspender vorfinden, sollte darauf geachtet werden, dass auch im ganzen Jahr im Garten entsprechende Pflanzen blühen aber auch für die Raupen Futterpflanzen vorhanden sind. Die Raupen von vielen bekannten Tagschmetterlingen wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und andere ernähren sich von Brenn-Nesseln, je nach Art an sonnigen oder halbschattigen Standorten. Der hübsche Aurorafalter lebt als Raupe am Wiesenschaumkraut. Der seltene, spektakuläre Schwalbenschwanz ist auf Doldengewächse wie Möhren, Dill oder Fenchel angewiesen. Eine Zusammenstellung finden Sie hier.

Viele Informationen rund um Insekten und besonders Schmetterlinge und einen schmetterlingsfreundlichen Garten finden Sie hier und hier

 

Der Naturgarten im Frühling

Schneeglanz, Foto von U. Siebel
Schneeglanz, Foto von U. Siebel
Schneeglöckchen, Foto von U. Siebel
Schneeglöckchen, Foto von U. Siebel
Krokusse, Foto von U. Siebel
Krokusse, Foto von U. Siebel
Träubel-Hyazinthen, Foto von U. Siebel
Träubel-Hyazinthen, Foto von U. Siebel
Geflecktes Lungenkraut, Foto von U. Siebel
Geflecktes Lungenkraut, Foto von U. Siebel

Fangen wir mit dem Frühling an. Hier fallen natürlich die verschiedenen Zwiebelgewächse ins Auge. Von Winterling und Schneeglöckchen, die als erste ihre Blüten aus dem Boden und wenn nötig auch durch den Schnee strecken, über Krokusse, verschiedene Narzissen, Schneeglanz, Hyazinthen und andere ist die Auswahl riesengroß. Wenn man Sorten wählt, die leicht verwildern, stellen sich mit der Zeit schöne Bestände ein, die ein wahres Blütenmeer auf den noch winterkargen Boden zaubern. Zu den Zwiebelgewächsen treten weitere Frühblüher wie verschiedene Primel-Arten, Lungenkräuter, Christ- und Lenzrosen. Bei einem solchen Angebot werden die Hummelköniginnen, die sich schon früh im Jahr nach draußen wagen, genug Nahrung finden. Müssen sie doch den ersten Nachwuchs ganz alleine aufziehen.

 

Der Frühsommer

Doldiger Milchstern, Foto von U. Siebel
Doldiger Milchstern, Foto von U. Siebel
Astilben und Breitblättrige Glockenblume gedeihen im lichten Schatten, Foto von U. Siebel
Astilben und Breitblättrige Glockenblume gedeihen im lichten Schatten, Foto von U. Siebel
Margerite, Foto von U. Siebel
Margerite, Foto von U. Siebel
Ungefüllte Pfingstrose, Foto von U. Siebel
Ungefüllte Pfingstrose, Foto von U. Siebel
Vergißmeinnicht, Foto von U. Siebel
Vergißmeinnicht, Foto von U. Siebel

Der Übergang zum Frühsommer macht den Naturgarten schon viel bunter. Den Zwiebelgewächsen gönnt man noch die Zeit, mit ihren grünen Blättern Kraft für das nächste Frühjahr zu sammeln, damit sie dann noch schöner wieder austreiben und blühen. Also die Blätter bitte nicht abschneiden. Falls die Pflanzen sich aussamen sollen, müssen natürlich auch die verblühten Blüten an der Pflanze bleiben. Damit die Beete und Rabatten nicht unschön aussehen, ist es ratsam, Frühblüher am Rand von Laubgehölzen zu pflanzen oder mit etwas später blühenden Stauden zusammen. Während die einen verblühen und ihre Blätter nach und nach einziehen, fangen die anderen an zu wachsen und überdecken mit ihrem frischen Laub die welkenden Blätter. Auch jetzt kommen noch Zwiebel- und Knollengewächse zur Blüte: verschiedene Tulpen, Prärie-Kerzen, Doldiger Milchstern und andere.

 

Der Sommer

Telekie mit mehreren Zitronenfaltern und Tagpfauenauge, Foto von U. Siebel
Telekie mit mehreren Zitronenfaltern und Tagpfauenauge, Foto von U. Siebel
Brennende Liebe, Foto von U. Siebel
Brennende Liebe, Foto von U. Siebel
Rittersporn, Foto von U. Siebel
Rittersporn, Foto von U. Siebel
Verschiedene Phlox-Sorten, Foto von U. Siebel
Verschiedene Phlox-Sorten, Foto von U. Siebel
Gelber Sonnenhut, Foto von U. Siebel
Gelber Sonnenhut, Foto von U. Siebel

Im Sommer betreten die prächtigen großen Stauden die Bühne im Garten. Damit diese auch gut gedeihen, sollte der Boden tiefgründig sein. Bei der Standortwahl ist auf die Ansprüche der jeweiligen Pflanzen zu achten, denn sie sollen uns ja viele Jahre Freude bereiten. Die bei Insekten sehr beliebte Telekie beispielsweise benötigt eine ausreichende Wasserversorgung, je sonniger sie steht, desto wichtiger ist dies. Wenn man sie läßt, besiedelt sie nach und nach alle ihr zusagenden Stellen im Garten. Viele unserer Gartenstauden sind schon seit langer Zeit in unseren Gärten beheimatet. Im 16. Jh. kamen beispielsweise die Brennende Liebe, die aus dem Orient stammt und erste Ritterspornarten aus Sibirien nach Mitteleuropa. Rittersporne werden je nach Sorte bis zu 2 Metern hoch und blühen von dunkel-blau, hell-blau, violett, rosa bis weiß. Der aus unseren Staudengärten gar nicht mehr wegzudenkende Phlox (oder Flammenblume) ist erst im 18. Jh. aus Nord-Amerika nach Europa gebracht worden.

 
Ringelblume, Foto von U. Siebel
Ringelblume, Foto von U. Siebel
Kornblumen, Foto von U. Siebel
Kornblumen, Foto von U. Siebel
Nachtkerze, Foto von U. Siebel
Nachtkerze, Foto von U. Siebel
Junger-im-Grünen, Foto von U. Siebel
Junger-im-Grünen, Foto von U. Siebel
Hornveilchen, Foto von U. Siebel
Hornveilchen, Foto von U. Siebel

Ergänzend zu den Stauden sollte man verbleibende Lücken in den Beeten mit ein- oder zweijährigen Sommerblumen füllen. Dies kommt zum einen unseren Insekten zugute, aber auch uns, denn dadurch werden unerwünschte Wildkräuter nicht so gut Fuß fassen können. Auch hier gibt es ein großes Angebot als Saatgut oder auch als junge Pflänzchen: Von Löwenmäulchen, über Ringelblumen, Hornveilchen, Schmuckkörbchen und Kapuzinerkresse bis Zinnien. Die Ackerwildkräuter Klatschmohn und Kornblume kamen früher in jedem Getreidefeld vor und machen heute eine gute Figur im Blumenbeet.