Foto/Text von Christoph Eickelmann/NRW-Stiftung

Der Verlust der Biodiversität stellt ein anhaltendes Problem dar. Um über die Thematik aufzuklären und insbesondere jüngere Generationen an die Natur heranzuführen, möchte die Biologische Station Siegen-Wittgenstein e.V. das Modellprojekt „Natur digital begreifen“ initiieren. Die NRW-Stiftung unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von bis zu 144.000 Euro. Bei einem Besuch in Siegen überreichte Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg am 28. September 2022 die Förderurkunde an an die Biologische Station Siegen-Wittgenstein, vertreten durch Arno Wied (Vorsitzender), Prof. Dr. Klaudia Witte und Jutta Capito aus dem Trägerverein und der wissenschaftlichen Leiterin apl. Prof. Dr. Jasmin Mantilla Contreras.

„Nur wer die Natur kennt und erfährt, weiß, wie wichtig es ist, sie zu schützen. Mit dem Projekt schaffen die Beteiligten einen innovativen Zugang zur Naturerfahrung für eine medienfokussierte Zielgruppe“, betont Eckhard Uhlenberg. „Natur digital begreifen“ soll als Modellprojekt im 100 Hektar großen Erlebniswald Historischer Tiergarten in Siegen etabliert werden. Ziel ist es, mithilfe digitaler Medien die Vorgänge in der Natur physisch, haptisch und digital erfahrbar und somit begreifbar zu machen. So sollen beispielsweise eine Infrarotkamera und ein Mikrofon in einer alten Spechthöhle Aufschlüsse über das Totholz und seine Bewohner geben. Sensoren an Bäumen sollen Informationen wie den Saftfluss und Stammumfang in Echtzeit messen und digital über ein Webportal bereitstellen. Prozesse, die sonst verborgen bleiben, können so visualisiert und hörbar gemacht und von jedem Ort aus abgerufen werden. Am Ende der dreijährigen Laufzeit soll das Projekt evaluiert werden, um es anschließend auch für andere Regionen und Lebensräume erweitern zu können. Die Universität Siegen, die Stadt Siegen und der Verein Klimawelten e.V. sind enge Partner des Projekts, das im August 2022 im Rahmen der Regionale 2025 den dritten Stern erhalten hat.

Mit der Förderzusage für 15 neue Projekte hat die NRW-Stiftung kürzlich die Schwelle von insgesamt 300 Millionen Euro Fördermittel überschritten. Seit ihrer Gründung 1986 konnte die NRW-Stiftung damit rund 3.500 Natur- und Kulturprojekte fördern. Das Geld dafür erhält sie überwiegend vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto. Zunehmend wichtig sind auch die Mitgliedsbeiträge und Spenden des Fördervereins NRW-Stiftung. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de

und im neuen Podcast „Förderbande“.

Foto: Es zeigt (von rechts nach links) Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg sowie von der der Biologischen Station Prof. Dr. Klaudia Witte (Vorstand Trägerverein), apl. Prof. Dr. Jasmin Mantilla Contreras (wissenschaftliche Leiterin), Arno Wied (Vorsitzender Trägerverein) und Jutta Capito (Vorstand Trägerverein).