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Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für gefährdete Wiesenvögel im Vogelschutzgebiet „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen“

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Die Untere Naturschutzbehörde führt in den nächsten Wochen gemeinsam mit der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für stark gefährdete Wiesenvögel im Naturschutzgebiet „Buchhellerquellgebiet“ bei Burbach-Lippe und im Naturschutzgebiet „Wetterbachtal“ bei Burbach-Holzhausen durch.

So vielfältig unsere heimische Natur auch ist, so haben die jeweiligen Tiere und Pflanzen ganz unterschiedliche, artspezifische Ansprüche an ihren Lebensraum. Während die Bechsteinfledermaus in alten, totholzreichen Wälder mit vielen Spechthöhlen lebt, sind beispielsweise die Arnika oder bestimmte Wiesenvögel auf offene, vom Menschen genutzte Kulturlandschaften angewiesen. Den größten Beitrag zur Erhaltung der besonders schützenswerten Siegen-Wittgensteiner Grünlandlebensräume leisten daher extensiv wirtschaftende Landwirte. Darunter sind knapp 300 Bewirtschafter, die diese Flächen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes nutzen und pflegen.
Eine aus landesweiter Sicht besonders hohe Bedeutung hat der Kreis Siegen-Wittgenstein für die beiden Wiesenvogelarten Braunkehlchen und Wiesenpieper. Gegenwärtig beträgt der landesweite Bestand des Braunkehlchens nur noch 150 Brutpaare, wovon rund 90 im Kreis Siegen-Wittgenstein und davon etwa 70 Brutpaare im Vogelschutzgebiet Burbach-Neunkirchen vorkommen. Der Kreis beherbergt somit fast zwei Drittel aller in Nordrhein-Westfalen vorkommenden Braunkehlchenpaare! Eine ähnliche Situation stellt sich für den Wiesenpieper dar.
Das Braunkehlchen ist eine Charakterart ausgedehnter, extensiv genutzter Wiesen, die nur selten gedüngt und erst im Hochsommer gemäht werden. Wichtige Bestandteile im Lebensraum des Braunkehlchens sind zwischen den Mähwiesen eingestreute Altgrasstreifen, kleine Saum- und Brachstrukturen sowie Zaunpfähle, welche den Tieren ausreichend Warten zur Ansitzjagd auf Insekten bieten.
Braunkehlchen und Wiesenpieper sind auf weitläufige, mit nur wenigen Gehölzen bestandene Wiesen und Weiden angewiesen. So brüten die meisten Braunkehlchen in den ausgedehnten Wiesengebieten des Wetterbachtales bei Burbach-Holzhausen sowie im Buchhellerquellgebiet bei Burbach-Lippe. Allerdings ist in den letzten Jahren auch in diesen Kerngebieten ein immer stärker voranschreitendes Aufkommen des Gehölzbestandes zu beobachten, wodurch sich die Lebensraumqualität immer weiter verschlechtert. Um diesem Trend entgegen zu wirken, setzen der Kreis Siegen-Wittgenstein sowie die Biologische Station in den nächsten Wochen gezielte Entbuschungsmaßnahmen im Wetterbachtal sowie im Buchhellerquellgebiet um. Darüber hinaus sollen einige Wiesenbereiche im Frühjahr mit dem Ausbringen von Zaunpfählen und Holzstangen für Braunkehlchen aufgewertet werden. Langfristiges Ziel ist es, die Brutvorkommen auf ein bestandserhaltendes Niveau zu stabilisieren. Damit soll dem landesweit hohen Aussterberisiko dieser beiden Charakterarten der Wiesen und Weiden entgegengewirkt werden. Bei Fragen und Anmerkungen zu diesem Thema können Sie sich gern an den Kreis Siegen-Wittgenstein (Untere Naturschutzbehörde) sowie an die Biologische Station wenden.

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