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Weißstorch in Hilchenbach-Allenbach – regenwurmfressender Gast

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Seit einer knappen Woche hat ein vorjähriger Weißstorch auf der Weide an der B508, Höhe Stift Keppel, offenbar mittelfristig Rast während seines Heimzuges aus dem Winterquartier eingelegt.
Durch den Straßenverkehr, ja selbst durch Radfahrer oder Spaziergänger lässt sich der Vogel bei seiner intensiven Nahrungssuche (vornehmlich Regenwürmer und Schnakenlarven) kaum stören.
Offenbar muss der Vogel sich wieder konditionieren, d.h. genügend Energie auftanken, um weiterziehen zu können.

Weißstorch, Foto Michael Frede

Weißstorch, Foto Michael Frede

Weißstörche werden seit einigen Jahren in zunehmender Zahl im Kreisgebiet beobachtet. Meist sind es Individuen auf ihrer Reise in die Brut- oder in die Überwinterungsgebiete.
Die Häufung der Beobachtungen in unserem Kreisgebiet spiegelt den positiven Bestandstrend dieser Art in Deutschland bzw. in Mitteleuropa wieder. Wurden in Deutschland 1988 nur noch 2949 Paare gezählt, so ist deren Anzahl mittlerweile auf etwa 6750 Paare angestiegen. Allerdings ist die Anzahl der rund 9000 Brutpaare, die man 1934 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik zählte, noch nicht wieder erreicht.
Bis auf einen Brutversuch des durch die heimische Presse „gegangenen“ Storchenpaares „Kurt“ und „Gerda“ im Jahr 2007 in Littfeld wurden bisher keine weiteren Weißstorchbruten im Kreisgebiet dokumentiert. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass der Weißstorch in früheren Zeiten auch im Kreis Siegen-Wittgenstein gebrütet haben muss. Dies belegen u.a. Bezeichnungen wie der „Storchenturm“ in der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Bad Laasphe. Selbiger ist sogar mit Nest und brütendem Vogel in einer historischen Darstellung um 1600 abgebildet.
Gegenwärtig dürften jedoch die Voraussetzungen für eine dauerhafte Ansiedlung dieser Vogelart im Kreis Siegen-Wittgenstein vermutlich noch ungünstig sein. Dies liegt v.a. an den begrenzten, natürlichen Nahrungsgrundlagen (v.a. Regenwürmer, Heuschrecken, Frösche und Kleinsäuger,). Diese könnten für ein Storchenpaar und seine Jungen über eine gesamte Brutzeit hinweg zu knapp ausfallen.

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