Zunächst einmal: Ruhe bewahren, sachlich bleiben und sich informieren. Dabei möchten wir Ihnen helfen!

Wölfe sind – wenn auch für uns ungewohnt – Bestandteil unserer Tierwelt, genauso wie Rehe, Rothirsche, Wildschweine, Füchse und all die anderen zwei- und vierbeinigen Wildtiere. Als letztes Glied in der Nahrungskette kommt ihnen die wichtige Aufgabe zu, die Populationen ihrer Beutetiere zu regulieren. Welche Tierarten das sind, finden Sie hier. Wölfen fallen vor allem kranke und schwache Tiere zum Opfer. Damit sorgen sie sogar zur Gesunderhaltung der Bestände. Wölfe wurden in der Vergangenheit aber gnadenlos verfolgt und hierzulande ausgerottet.

Über die Ausbreitung und die aktuellen Territorien informiert die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW).

Heutzutage sind Wölfe unter den höchst-möglichen Schutz gestellt, damit sich wieder eine überlebensfähige Population etablieren kann. Trotzdem werden Wölfe immer wieder illegal erschossen. Dies ist eine Straftat und kann mit hohen Geldstrafen und sogar mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet werden.

Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Kathy Büschera
Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Kathy Büschera

Wölfe sind nicht die blutrünstigen Bestien, als die sie leider immer noch dargestellt werden. Bedenken Sie, dass unsere Haushunde eng verwandt mit ihnen sind, sie gelten sogar als Unterart Canis lupus familiaris des Wolfes Canis lupus („Canidae“ ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Hunde, die zusammen mit Füchsen, Schakalen und Kojoten zu den „Hundeartigen“ zählen). Man weiß nicht genau wann es war, aber Menschen haben sich schon vor mehr als 10.000 Jahren mit Wölfen zusammengetan. Das konnte funktionieren, weil beide Arten – also Menschen und Wölfe – ähnliche soziale Bindungen aufbauen. Wölfe haben einen großartigen Familiensinn. Verletzte Familienmitglieder werden wochenlang mit Nahrung versorgt. Und Wölfe trauern, wenn ein Sozialpartner stirbt.

Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Marcel Langthima
Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Marcel Langthima

Eine Wolfsfamilie, das sogenannte „Rudel“, besteht aus dem Elternpaar und den Welpen aus zwei Jahren. Die Welpen werden im Frühling geboren (daher beginnt das „Wolfsjahr“ im Mai). Die Welpen aus dem Vorjahr spielen zum einen Kindermädchen während die Altwölfe auf die Jagd gehen, und zum anderen müssen sie auch lernen, sich selbst zu versorgen. Denn im dritten Jahr geht es auf Wanderschaft, um irgendwo selbst ein Revier zu besetzen und eine Familie zu gründen. Das sind dann die Wölfe, die im Frühjahr in Erscheinung treten. Sie sind noch sehr unerfahren (Günther Bloch, der bekannte Autor sowie Hunde- und Wolfsexperte, nennt sie „Schnösel“) und auch noch verspielt.
Diese Wölfe müssen lernen, Menschen zu meiden. Daher die Bitte: Den Anblick einen Moment genießen, vielleicht ein Belegfoto machen (für´s LANUV) und dann Krach schlagen – siehe weitere Informationen dazu unten.

 
Einige informative Internet-Seiten gibt es mittlerweile zu unseren deutschen Wölfen:
  • Beim LANUV (Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz NRW) gibt es einenArbeitskreis „Wolf in NRW“. Dessen Ziel ist es Konzepte zu erarbeiten, die das Nebeneinander von Mensch und Wolf gewährleisten sollen.
  • Das Land NRW informiert hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Wölfe
  • Wolfsmonitor mit aktuellen Nachrichten und zahlreichen weiteren Links
  • Wölfe in Rheinland-Pfalz, sehr informative und übersichtliche Internetseite der „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ zum Thema Wolf
  • Wolfsite mit vielen Informationen rund um Wölfe und interessanten Artikeln des leider im vergangenen Jahr verstorbenen Ulrich Wotschikowsky
  • Der Wolf ist zurück in Deutschland, Seite des BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
  • Wölfe in Deutschland, Seite des NABU, Naturschutzbund Deutschland e.V.
  • Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V., bietet viele Informationen rund um den Wolf
 
Was mache ich, wenn ich einem freilebenden Wolf begegne?
Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Marcel Langthima
Quelle: kostenfreies Foto von pixabay, Foto Marcel Langthima

Ganz wichtig: Menschen gehören nicht zum Beutespektrum der Wölfe. Meistens würden Sie einen Wolf gar nicht bemerken, denn Wölfe sind überaus vorsichtig und meiden die Menschen. Falls Sie trotzdem einen Wolf sehen sollten: Ruhe bewahren, nicht wegrennen und auch nicht hinterherlaufen. Junge Wölfe, also die Schnösel, sind neugierig und verspielt und können Interesse an Menschen zeigen. Das ist normal! Das Tier dann – nach einem kurzen Naturgenuss – am besten verscheuchen. Und bitte: Auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen Wölfe mit Futter anlocken!!! Das ist gefährlich, vor allem für den Wolf. Sucht der nämlich gezielt die Nähe von Menschen, weil er sich Futter verspricht, und verliert er gar die Scheu, ist er i. d. R. ein Todeskandidat. Denn bevor Menschen durch einen solchen Wolf zu Schaden kommen könnten, muss der betreffende Wolf abgeschossen werden.

Links dazu:

  • Vom WWF wurde eine Broschüre erstellt „Leitfaden Lernen mit dem Wolf zu leben“, die hier heruntergeladen werden kann
  • Einen Leitfaden des Bundesamtes für Naturschutz (BfN-Script) zum Umgang mit Wölfen finden Sie hier.
  • Das Land NRW hat einen sogenannten „Wolfsmanagement-Plan“ erstellt. Der aktuelle Plan soll helfen, die Zuwanderung von Wölfen möglichst konfliktfrei zu ermöglichen und ist speziell ein Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe.
  • Einen Handlungsleitfaden zum Thema „Wolf“ von der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein mit weiterführenden Informationen und Kontakten finden Sie hier.

 

Sollte ich eine Wolfssichtung melden?
Ja, auf jeden Fall. Das ist wichtig, um die Bestandssituation der Wölfe besser einschätzen zu können.
Bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden:

Telefon: werktags unter 02361 305-0 oder außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende unter: 0201 714488